Montag, 18. Mai 2009

Sprachschlampereien, Folge 2

Zitat aus meiner Lieblingszeitung:

"Ich umarme die Leute am Morgen", sagt Barb. "Wenn Sie das wollen. Wollen Sie eine Umarmung?"
(...)
"Es macht, dass die Leute sich gut fühlen."

Dieser Text ist verständlich, aber das ist auch schon alles. Dabei ist es doch wirklich nicht schwer, daraus einen einigermaßen idiomatischen Text zu machen, etwa so:

"Ich umarme hier morgens die Leute", sagt Barb. "Wenn sie das möchten. Möchten Sie umarmt werden?"
(...)
"Die Leute fühlen sich dann gut/besser/Das tut den Leuten gut."

Warum werden ausgerechnet Dialoge häufig so formuliert, wie außer in schlechten Synchronisierungen noch schlechterer amerikanischer Serien wirklich kein Mensch redet?

Weiter unten heißt es dann:

"Amerikanische Ärzte empfehlen Mallwalking gerne, um nach einer Geburt etwas Gewicht zu verlieren."

Ach ja? Es macht also dick, einer Geburt beizuwohnen? Und allein durch das Aussprechen einer Empfehlung kann man abnehmen? Erstaunlich...

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Diät-Tip ist in der Tat verblüffend - da sieht man einmal mehr, was sich durch reine Sprechakte so ausrichten läßt. Aber bezüglich der Geburt verstehe ich den Satz so, daß hier Ärztinnen im generischen Maskulinum von eigenen Erfahrungen des Mutter-Werdens sprechen, nicht von bloßer Geburtsbeiwohnung.
LG
Steffile