Donnerstag, 27. November 2008

Wunderliche Wörter - Folge 3, Auflösung

Nachdem Bianca gleich beim ersten Versuch erraten hat, dass es sich hier um Friesisch handelt, möchte ich nun noch verraten, was "eefter Naibel" heißt: Es bedeutet "nach Niebüll". Niebüll ist eine kleine Ortschaft in Nordfriesland. Besonders interessant finde ich hier, dass "eefter" "nach" im räumlichen Sinne bedeutet, aber dem englischen Wort "after" ähnelt, also "nach" im zeitlichen Sinne.

Montag, 24. November 2008

Wunderliche Wörter - Folge 3

"eefter Naibel" lauten die diesmaligen wunderlichen Wörter, und Ihr sollt erraten, was sie bedeuten und um welche Sprache es hier geht.

Sonntag, 16. November 2008

Sprachschlampereien - Folge 1

„Beide Politiker haben Gemeinsamkeiten, beide sind Anfang Vierzig, beide sind Söhne von Einwanderern und …“ heißt es in dem einer Radiopresseshow vom Sonntag entnommenen (übersetzten) Zitat einer türkischen Zeitung zur Wahl Cem Özdemirs (den die Zeitung mit Barack Obama vergleicht) an die Spitze der Grünen.

Mal ganz abgesehen davon, dass man mit 47 Jahren eigentlich nicht mehr „Anfang Vierzig“ ist, stört die Verwendung des Wortes „beide“.

Die korrekte Verwendung lässt sich an folgendem Beispiel ganz einfach verdeutlichen:

Fall 1: Beide wohnen in einem Einfamilienhaus und haben eine schulpflichtige Tochter.
Fall 2: Die beiden wohnen in einem Einfamilienhaus und haben eine schulpflichtige Tochter.

Im Fall 1 geht es um eine Gemeinsamkeit zwischen zwei Personen; es gibt zwei Einfamilienhäuser und zwei schulpflichtige Töchter, im Fall 2 dagegen nur jeweils ein Exemplar, das sich „die beiden“ dazu noch teilen.

In zweiten Teil des anfangs zitierten Satzes aus der Presseschau wird „beide“ also richtig, im ersten dagegen falsch verwendet:

„…beide sind Söhne von Einwanderern“ weist auf eine Gemeinsamkeit der beiden Politiker hin. Der Satz „Beide Politiker haben Gemeinsamkeiten“ ist dagegen Unsinn, denn er bedeutet, dass jeder von ihnen Gemeinsamkeiten hat. Korrekt wäre hier „Die beiden Politiker“.

Aber:
Die Sätze
„Ich wünsche den beiden viel Erfolg!“

und

„Ich wünsche beiden viel Erfolg!“

sind beide richtig – sowohl grammatikalisch als auch inhaltlich. :)

Montag, 10. November 2008

Wunderliche Wörter - Folge 2




Auch in der herbstlichen Stille einer Nordseeinsel in der Nachsaison lässt sich Aufregendes und Geheimnisvolles entdecken!

Inhalt und Aussage des ersten Schildes erschließen sich ja recht leicht. Anders sieht es mit dem Schild aus, das auf dem Foto darunter zu sehen ist und das direkt neben dem ersten Schild hängt.
Handelt es sich hierbei um den unbeholfenen Versuch, eine Art Französisch lautschriftlich wiederzugeben (konze --> vacances)? Um einen Scherz? Oder womöglich um eine bisher unentdecke französisch-friesische Kreolvariante?
Wer hilft mir, dieses sprachliche Mysterium zu lösen? Ich bin zutiefst verwirrt und für alle Hinweise dankbar.

Mittwoch, 5. November 2008

Die Busen von Montgomery - Nachtrag

Aus den Busen sind übrigens inzwischen Busse geworden - schade! :)

Die Busen von Montgomery

Im Internet ist Obamas Rede anlässlich seines Wahlsiegs zu finden - ebenso wie eine deutsche "Übersetzung", veröffentlich von einem großen Nachrichtenmagazin. In dieser an sprachlichen Scheußlichkeiten betrüblich reichen Version heißt es:

Sie war da - in den Busen von Montgomery, an den Tankschläuchen in Birmingham, an der Brücke in Selma, als ein Priester aus Atlanta den Menschen "We shall overcome" predigte.

Es bleibt zu hoffen, dass es sich bei den "Busen" lediglich um einen Tippfehler handelt...

Sonntag, 2. November 2008

Translatorische Tücken - Folge 4

Neulich in Wales ...

... wollte die Stadtverwaltung Swansea ein neues Schild aufstellen lassen. Da offizielle Verkehrsschilder in Wales grundsätzlich zweisprachig sind, wurde der englische Text, der auf dem Schild stehen sollte, an die Übersetzungsabteilung der Verwaltung geschickt, die E-Mail-Antwort ohne weitere Prüfung übernommen - und das Schild aufgestellt.

Der englische Text weist darauf hin, dass die Durchfahrt für LKWs verboten ist, weil es sich um ein reines Wohngebiet handelt. Die walisische "Übersetzung" lautet: "Ich bin gerade nicht im Büro..."

Kommentar des Journalisten Dylan Iorwerth von der walisischsprachigen Zeitschrift Golwg (und mein neuestes Lieblingszitat):

"It's good to see people trying to translate but they should really ask for expert help."

Und hier gibt es den ganzen Artikel für alle, die es nicht fassen können:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/wales/7702913.stm