Mittwoch, 30. Juli 2008

Wort der Woche - Folge 2

Diesmal: „Mitunter“

Gleich von zwei Seiten wurde der Wunsch geäußert, „mitunter“ einmal zum Wort der Woche zu erklären.

Was gibt es zu „mitunter“ zu sagen? Im Duden findet man als Definition das Wort „zuweilen“, Word bietet unter anderem die Synonyme „bisweilen“, „manchmal“, „gelegentlich“, „vereinzelt“ und „zeitweilig“ an.

Durch die Zusammensetzung aus zwei Präpositionen erinnert das Wort vom Aufbau her ein wenig an das in Ostfriesland und Umgebung gebräuchliche „umzu“; im Gegensatz zu diesem ist „mitunter“ jedoch auf liebenswerte Art förmlich, ohne dabei gestelzt zu klingen.

Noch dazu ist laut Aussage eines seiner Liebhaber das Wort „mitunter“ dazu imstande, „das Leben auf herrliche Weise zu relativieren“.

Probieren Sie es aus! Relativieren Sie Ihr Leben auf herrliche und ganz einfache Weise: Bilden Sie jeden Tag zwei Sätze mit „mitunter“.

Sonntag, 27. Juli 2008

Translatorische Tücken - Folge 1

Komische Kuchen

Zitat aus einem Interview in einer Frauenzeitschrift: „Das ist nur (…) gut für mein Ego, quasi die Glasur auf dem Kuchen.“ Man stolpert beim Lesen über diesen merkwürdigen Ausdruck, wundert sich vielleicht auch über die Verwendung der Präposition „auf“ und fragt sich, was denn an einem Kuchenguss so besonders sein soll.

Wer auch immer hier übersetzt hat, ihm oder ihr war offenbar nicht bekannt, dass „the icing on the cake“ im Englischen ein feststehender Begriff ist, der soviel bedeutet wie „das Sahnehäubchen“ oder „das Tüpfelchen auf dem i“.

Wer bietet noch eine schöne idiomatische Übersetzung?

Dienstag, 22. Juli 2008

Nix Nazi!


Und hier die Lösung des Rätsels, die von einigen ebenso
aufmerksamen wie kundigen Leserinnen ja schon vorweggenommen wurde.
Es handelt sich also nicht um Obst mit bedenklicher Gesinnung, sondern um die Nashi-Birne, wie es hier auch korrekt auf diesem untadelig beschrifteten Schild heißt.
Ich gebe zu, das Schild ist nicht nur viel ordentlicher gestaltet, sondern bietet auch noch wesentlich mehr Informationen als das erste. Zum Lächeln gebracht hätte es mich dafür aber nicht.
(Foto von Birgit Küster, http://www.birgit-kuester.de/)

Montag, 21. Juli 2008

Braunes Obst



Hier ein wunderbares Fundstück aus dem Obst- und Gemüsehandel, das die Frage aufwirft, ob man sich als politisch korrekter Konsument nun nicht nur Gedanken über Herkunft und Erzeugung, sondern auch über die Gesinnung der zu erstehenden Lebensmittel machen sollte.

Noch mehr Kopfzerbrechen bereitete mir jedoch der Umstand, dass die Rechtschreibprüfung von Word an "Nazibirnen" nicht das Geringste zu beanstanden hatte.

Handelt es sich am Ende um ein mir bislang unbekanntes Schimpfwort aus der Antifa-Szene?

(Foto von Birgit Küster, http://www.birgit-kuester.de/)